Was ist das Netzwerk Kulinarik?

Das Netzwerk Kulinarik wurde vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt- und Wasserwirtschaft (BMLFUW) ins Leben gerufen um künftig die regionalen und kulinarischen Initiativen zu koordinieren.

Wer ist Teil des Netzwerks?

Eigentlich alle, die sich mit regionalen und kulinarischen Initiativen befassen. Die Hauptstruktur umfasst eine zentrale Vernetzungsstelle, die alle Aktivitäten koordiniert, sowie zwei Cluster. Zusätzlich kann jeder Interessent, gleich ob Landwirt, Erzeugergemeinschaft, Be- und Verarbeiter, Handelsbetrieb oder auch Konsument durch eine einfache Registrierung auf der Website www.netzwerk-kulinarik.at Netzwerk-Partner werden.

Was soll das Netzwerk bringen?

Ganz einfach: Mehr Regionalität in der österreichischen Kulinarik und damit verbunden mehr Sicherheit für die Konsumenten, dass hinter dieser Kulinarik auch klare Werte und ein hoher Qualitätsanspruch stehen.

Wie soll das erreicht werden?

Durch eine gesamtösterreichische Strategie für regionale und kulinarische Initiativen. Das heißt, dass zumindest alle, die an öffentliche Fördergelder heranwollen, die Regeln dieser Strategie befolgen müssen.

Wer macht diese Strategie?

Das ist die Aufgabe der Vernetzungsstelle, die dazu im April 2016 nach einer EU-weiten Ausschreibung einen Auftrag des Bundesministeriums für ein lebenswertes Österreich erhalten hat. Die Strategie wurde unter Einbeziehung von namhaften Expertinnen und Experten, der Universität für Bodenkultur und einer kunterbunt zusammengesetzten Arbeitsgruppe mit „Praktikern“ aus den verschiedensten Ebenen der Wertschöpfungskette entwickelt.

Was ist eine „Wertschöpfungskette“?

Die Kulinarik spielt sich auf einer Vielzahl an Ebenen ab, auf denen „Wertschöpfung passiert“. Das Beginnt beim Produzenten, also den Bauern, Betrieben zur Be- und Verarbeitung von Lebensmitteln, also das Handwerk, Logistiker, den Lebensmittel Einzelhandel (LEH), Gastronomie, Tourismus bis zum Konsumenten.
Die sogenannte „Steigerung der regionalen Wertschöpfung“ – das ist eine Art Überziel all dieser Aktivitäten – findet dort statt, wo Partner entlang dieser Wertschöpfungskette miteinander kooperieren, an gemeinsamen Maßnahmen partizipieren, neue Synergien schaffen, auf die regionale Nachhaltigkeit achten, anhand kontrollierter Richtlinien produzieren, ihre Produktions- und Verarbeitungsmethoden auch transparent machen und damit eine hohe Genussqualität erreichen.

Wie sieht so eine gesamtösterreichische Strategie aus?

Das Netzwerk hat sich eine Strategie auferlegt, die Innovation ermöglichen und die regionale Vielfalt am kulinarischen Angebot nicht nur erhalten, sondern sogar steigern soll. Dabei soll dem Konsumenten größtmögliche Sicherheit gegeben werden.
Daher ist die Strategie auf ein sogenanntes Wertesystem aufgesetzt und umfasst exakt jene Bereiche, die im Absatz zuvor als Elemente in der „Wertschöpfungskette“ aufgelistet wurden:

  • Partizipation
  • Synergien
  • Regionale Nachhaltigkeit
  • Kontrollierte Richtlinien
  • Transparenz
  • Genussqualität

Zu jedem dieser Werte gibt es ein einfach aufgesetztes Regelsystem, das von den Netzwerk-Partnern eingehalten werden muss. Damit wissen die Konsumenten, dass alle, die sich offiziell als Netzwerk Partner bezeichnen – z.B. durch die Nutzung einer gemeinsamen Dachmarke oder durch ihre Präsenz auf Netzwerk-Veranstaltungen – vertrauenswürdig sind und beste Qualität liefern. Für dieses erhöhte „Vertrauen“ in die österreichische Kulinarik zeichnet das Netzwerk Kulinarik verantwortlich.

Welche Rolle spielen die drei Hauptakteure, also die Vernetzungsstelle und die beiden Cluster, in dem neuen Netzwerk?

Im Gegensatz zu früher sind die strategischen Aufgaben jetzt von den operativen Aufgaben getrennt. Dadurch sollen Doppelgleisigkeiten vermieden und öffentliche Fördergelder effizienter eingesetzt werden.
Die Vernetzungsstelle koordiniert das gesamte Netzwerk, entwickelt die Strategie und sorgt für die korrekte Umsetzung bzw. „Implementierung“ in ganz Österreich. Das erfordert teilweise gravierende Änderungen im System, das bislang Parallel-Strukturen ermöglicht hat, statt alle unter einem Dach an einem Strang ziehen zu lassen. Die Vernetzungsstelle hat ihre Aufgaben in insgesamt 14 Arbeitspakete aufgegliedert, die zum Beispiel Strategieentwicklung, Innovation, Beratung der Verwaltungsstellen, Markenkommunikation oder Zusammenarbeit mit touristischen Initiativen heißen.
Ein Cluster kümmert sich um die operative Umsetzung im Umfeld der Landwirtschaft, also in der Produktion, Produktentwicklung, Verarbeitung und Produktpräsentation. Die Maßnahmen dieses Clusters finden also draußen bei den Bauern, Be- und Verarbeitern sowie Innovations- Bildungs- und Handelspartnern statt.
Der zweite Cluster ist für die regionale Kulinarik in der Gastronomie, in der Gemeinschaftsverpflegung (also z.B. Schulküchen und Kantinen) und bei touristischen Initiativen – Stichwort „Kulinarischer Tourismus“ – zuständig.

Was ist eigentlich ein Cluster?

Cluster werden dort gebildet, wo viele unterschiedliche Akteure zu einem gemeinsamen Thema zusammenarbeiten wollen. Das Cluster-Management ist für die Koordination der Aktivitäten und Maßnahmen sowie die Erreichung der gesetzten Ziele zuständig.
Am Beispiel unserer Cluster heißt das im Klartext, dass viele Kooperationspartner aus den genannten Ebenen entlang der Wertschöpfungskette durch ihre Teilnahme am Cluster deklariert haben, dass sie künftig zusammenarbeiten wollen, um mehr Regionalität mit einer höheren Qualität in die österreichische Kulinarik zu bringen. Sie wollen eingebettet in das Netzwerk künftig gemeinsam an einem Strang ziehen. Bereits bestehende Initiativen – wie Urlaub am Bauernhof, Gutes vom Bauernhof, die Genuss Regionen etc. – werden ebenso in die Gesamtstrategie eingebunden und tatkräftig in ihrer Weiterentwicklung unterstützt, wie neue und innovative Initiativen, die sich noch bilden werden.
Damit man in dem großen Konvolut an Herausforderungen die Übersicht nicht verliert, ist es sinnvoll, die Themen auf mehrere Cluster aufzuteilen. So kam es zu den beiden oben genannten Clustern hinter denen jeweils viele Kooperationspartner der entsprechenden Szene stehen.

Wann kann mit ersten Ergebnissen gerechnet werden?

Das Netzwerk Kulinarik wurde im April 2016 gegründet. Die ersten großen Meilensteine, wie die Entwicklung der gesamtösterreichischen Strategie oder die Ausschreibung und Besetzung der Cluster, wurden im Oktober 2016 bewältigt. Darauf folgend geht es in die praktische Umsetzung der Vorhaben.
Veränderungsprozesse brauchen aber ihre Zeit. Um festgefahrene Strukturen aufbrechen und in neue, der Zeit angepassten Strukturen überführen zu können, braucht es Geduld und Ausdauer. Man trifft dabei natürlich nicht nur auf helle Begeisterung. Das Netzwerk Kulinarik agiert jedoch auf Basis eines gesetzlichen Auftrages, niedergeschrieben im Programm Ländliche Entwicklung LE14-20, und IST umzusetzen.
Im Dezember 2016 wird das Netzwerk erstmals in seiner Gesamtheit der Öffentlichkeit präsentiert. Erste positive Maßnahmen sind ab dem Jahr 2017 unmittelbar spürbar. Die Finanzierung des Netzwerks ist bis ins Jahr 2022 gesichert, dann wird man das Projekt ausreichend evaluieren und die weiteren Schritte hin zu einer herausragenden, national und international geschätzten österreichischen Kulinarik setzen.